Paul Rybarsch Hörgeräte Witten

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Paul Rybarsch Witten

Was ist Tinnitus?

Millionen von Menschen haben Tinnitus: bereits jeder Sechste von uns hat irgendwann in seinem Leben Erfahrungen mit Ohrgeräuschen in sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen gemacht.

Mit "Tinnitus" bezeichnet man Hörempfindungen unterschiedlichster Art, die nicht von einer Schallquelle außerhalb des Menschen erzeugt werden und deshalb auch keine Signal- oder Informationsfunktion haben. Beim Tinnitus kann außer dem Betroffenen selbst niemand die Geräusche hören, die aus immer noch nicht ganz aufgeklärten Gründen auf Grund einer Funktionsstörung im Innenohr von unserem Gehirn "gedacht" werden, ohne aber auf Einbildung zu beruhen.

So unbekannt der Name "Tinnitus" ist, so unverständlich ist es für einen Nichtbetroffenen auch, wie Tinnitus wirkt und welche unterschiedlichen und oft grausamen Auswirkungen er haben kann. Ist er für den einen Betroffenen nur leicht irritierend, so ist er für einen anderen Betroffenen ein großer, lebensverändernder und sich ständig erneuernder angstbesetzter Streß mit eingreifenden Auswirkungen auf Ausbildung, Beruf, Gesundheit und die sozialen Beziehungen.

Wie empfindet man Tinnitus?

Geräusche aus dem Nichts

Der Betroffene hört in einem Ohr, in beiden Ohren oder auch im ganzen Kopf Geräusche mit sehr unterschiedlichen Formen und Lautstärken, wie z.B. Sausen, Zischen, Klopfen, Dröhnen, Knurren, Knallen, Klingeln usw. Die Lautstärke kann den Geräuschen einer offenen Landschaft ähneln, kann aber auch so laut sein wie ein Moped, ohne daß man gleichzeitig sagen kann, daß sich die psychische Beeinträchtigung nach der Lautstärke richtet. Die kann rein subiektiv unter dem Einfluß von anfänglichen Ängsten lauter empfunden werden als nach einer gewissen Gewöhnungszeit.

Die Geräusche sind ab und zu, oft aber auch ständig vorhanden.

Jeder Betroffene hat vermutlich seinen speziellen Tinnitus mit ganz individuellen Ursachen und Auswirkungen, die in Verbindung mit der individuellen Persönlichkeitsstruktur des Betroffenen eine ganz spezifische Konstellation bilden. Beim dekompensierten (nicht erträglichen) Tinnitus verbinden sich psychische Beeinträchtigungen mit dem Geräusch zu einem scheinbar unlösbaren Komplex (komplexer Tinnitus). Das können Depressionen sein mit Lebensverdrossenheit, Antriebsschwäche, Schlafprobleme, Angste, soziale Isolation u.a.m. Deshalb sollten frühzeitig Rehabilitationsmaßnahmen eingeleitet werden, z.B. in einer psychosomatischen Klinik, um die Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen oder zu erhalten.

Die Zahlen

Auf Grund epidemiologischer Untersuchungen in England, den USA und in Schweden ergeben sich die folgenden, auf Deutschland sicherlich zu übertragenden Zahlen:

15% der Erwachsenen haben zeitweise spontane Ohrgeräusche von mehr als 5 Minuten Dauer.

8% (5200000 Personen) leiden infolge ihres Tinnitus unter Schlafstörungen und/oder unter einem mäßigen (ca. 6%) oder schwer beeinträchtigenden (ca. 2%) Tinnitus und nehmen überwiegend ärztliche Hilfe in Anspruch.

Bei 0,5 - 1% der Erwachsenen (650000 Personen) hat das Ohrgeräusch den Stellenwert einer eigenständigen Erkrankung mit einschneidender Beeintrschtigung von Lebensqualität durch Konzentrations- und Schlafstörungen, Depressionen und Angstreaktion (= komplexer chronischer Tinnitus) .

Die Zahlen beziehen sich auf das jetzige Bundesgebiet. Hinzu kommen die Zahlen der Jugendlichen unter 17 Jahren .

Die Ursachen

Manche Menschen haben ihren Tinnitus vermutlich schon von Geburt an. Im Laufe des Lebens ergeben sich eine Reihe von vermeidbaren Gefährdungen, insbesondere durch Lärmeinwirkung (Walkman, Disco, Rockkonzert, Arbeitsplatz) und Knalleinwirkung (Sylvester, Jagd, Bundeswehr). Lärm ist zu 30% ursächlich. Bei Arbeitern kommt Tinnitus doppelt so häufig vor wie bei sonstigen Berufstätigen.

Weitere denkbare Ursachen können z.B. sein: Herz-Kreislauf- und Durchblutungsstörungen, Hörsturz, Diabetes, Stoffwechselstörungen, Veränderungen der Wirbelsäule, Kiefergelenkerkrankungen, Zähneknirschen, Menier'sche Krankheit (Drehschwindel), Otosklerose, zahlreiche Medikamente oder auch ein Akustikus Neurinom (Geschwulst am Hörnerv), evtl. auch Amalgamplomben und Allergien. Ein Akkustikus Neurinom sollte der behandelnde Arzt auf jeden Fall ausschließen .

Weitere Ursachen sind im psychischen Bereich zu suchen. Möglicherweise liegt sowohl dem Tinnitus wie auch den auslösenden Faktoren in bis zu 70% aller Fälle ähnlich wie beim Hörsturz und bei vielen anderen chronischen Krankheiten letztlich eine langjährige psychische Problematik zugrunde. Wir erleben Tinnitusbetroffene - wie auch andere chronisch Kranke - oft als Menschen, die an sich und andere hohe Ansprüche stellen und hilfsbereit und nützlich (und damit benutzbar) sind oder sein wollen.

Ob auch Streß zu den Tinnitusauslösern gehört, ist noch ungeklärt. Sicher ist aber, daß der Tinnitus seinerseits für den Betroffenen den stärksten Streßfaktor in seinem Leben darstellt und Streß zur weiteren Verstärkung der Ohrgeräusche führen kann. Deshalb ist Streßbewältigung für jeden Tinnitusbetroffenen ein wichtiges Thema.

Ein Symptom

Tinnitus ist keine Krankheit, sondern primär ein Krankheitssymptom (Krankheitszeichen), kann sich aber im Laufe der Jahre verselbständigen. Der Arzt ist deshalb gehalten, gemeinsam mit weiteren Fachärzten den Ursachen sorgfältig nachzugehen. Gefragt sind hier außer dem Allgemeinarzt z.B. der HNO-Arzt, der Internist, der Orthopäde (Halswirbelsäule), der Zahnarzt (Kiefergelenke), der Augenarzt, der Neurologe bzw. Nervenarzt und der Psychologe.

Die Folgen

Tinnitus kann infolge seiner psychischen Auswirkungen zu einer erheblichen Lebensbeeinträchtigung führen. Sie bezieht regelmäßig auch die Familie des Betroffenen mit ein. Der Verlust der Stille, ständige Geräusche und das Gefühl von Unentrinnbarkeit führen nicht selten zu Depressionen, Verhaltensstörungen, Schlaf- und Konzentrationsschwierigkeiten und zur Zerstörung des Lebenswillens. Das wird durch das Unverständnis der Umwelt so sehr verstärkt, daß sich für den Betroffenen fast täglich in quälender Weise die Frage nach seiner eigenen Identität stellt. Sehr oft sind Lebensplanung und -entfaltung und Arbeitsfähigkeit in Frage gestellt, und das in zunehmenden Maße schon in jungen Jahren.

Tinnitus kann auf Grund der psychischen Dauerbelastung zu Depressionen und Angststörungen führen. Das kann weitere Komplikationen in Beruf oder Familie sowie eine Verschlechterung der allgemeinen Gesundheit nach sich ziehen. Deshalb ist es das erste Anliegen eines jeden Betroffenen, diese Folgen wie auch eine weitere Verschlechterung des Tinnitus zu vermeiden oder zu bewältigen .

Ist Tinnitus gefährlich?

Nein. Grundsätzlich nicht. In der Regel hat er auch keine gefährlichen Ursachen, abgesehen von einem denkbaren Akustikus Neurinom, von dem etwa 2000 Deutsche betroffen sind. Eine Verschlechterung des Tinnitus tritt nur in 7% aller Fälle ein .

Muß man "damit" leben?

Nein und noch einmal: Nein! Es ist durchaus denkbar, daß man sein Ohrgeräusch nicht gänzlich verliert. Aber es gibt schon jetzt viele Möglichkeiten, es zumindest subiektiv auf ein erträgliches Maß zu reduzieren und mit ihm gut zu leben.

Die apparative Versorgung mit Hörgeräten oder Tinnitusmaskern

Die Paul Rybarsch Hörgeräte-Akustiker beschäftigen sich nicht nur mit der Anpassung von Hörgeräten bei Schwerhörigkeit, sondern auch bei Tinnitus. Hier kann die neue Erlebniswelt des besseren Hörens auch den Tinnitus verdecken und ihn vergessen machen. In hartnäckigen Fällen können sogenannte Tinnitusmasker das eigene Gersäsch überdecken, was zu einer gewissen Erträglichkeit führen kann. Bei Einschlafproblemen können induktive Einheiten helfen, ohne einen anderen zu stören.

Wir stehen in enger Zusammenarbeit mit den Hals-Nasen-Ohrenärzten; aber auch mit den Kassen, die in der Regel die Kosten übernehmen.

Lassen Sie sich von uns über die vielfältigen technischen Möglichkeiten informieren.